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Funkentisch, Rheinland 1932

Der so genannte Funkentisch ist der repräsentative Vorstandstisch des ältesten Karnevalsvereins Kölns, der „Kölsche Funke rut – wieß vun 1823“. Er wurde in den Jahren 1931-32 von dem früheren Vereinsmitglied Max Ostenkötter hergestellt. Die Besonderheit dieses Tisches liegt in der aufwändig gestalteten Tischplatte, die durch Marquetterietechnik (Furniereinlegearbeit) und Bemalung auf insgesamt sieben Paneelen bildliche Darstellungen von Straßenszenen der kölner Stadtsoldaten und des Karnevals der rheinländischen Metropole zeigt. Der Funkentisch ist sicher eines der bedeutendsten Werke der jüngeren rheinischen Volkskunst.

 


Die ursprüngliche künstlerische Intention sah den Tisch als lange Tafel vor. In den 30er Jahren wurde der Tisch jedoch bereits in zwei eigenständige Teile getrennt, da die Aufstellung wegen seiner Länge von fast sechs Metern bereits bei seinem damaligen Standort ein Problem darstellte. Da der Tisch bis heute regelmäßig als Sitzungstisch benutzt sowie zum Feiern, Essen und Trinken verwendet wird, finden sich zahlreiche Gebrauchsspuren auf seiner Oberfläche, wie Kratzer, Wasserflecken, abgelöste Furniere, etc. Der gravierendste Schaden in Bezug auf die Bedeutung des Tisches ist aber die durch Sonnenlicht ausgebleichte Farbigkeit der Tischplatte, in erster Linie der roten Farbtöne.

 


Rot und Weiß sind die Vereinsfarben, aber mit den Jahren der Benutzung sind die roten Farbbereiche zu rosa verblasst. Im Rahmen meiner Diplomarbeit wurde ein Konservierungs- und Restaurierungskonzept erstellt. Dieses beinhaltete neben der konstruktiven Festigung des Objekts eine spezielle reversible (umkehrbare) Methode zur Auffrischung der roten Farbbereiche, die eigens für diesen Tisch entwickelt wurde. Untersuchungen zu den vormals braun gestrichenen Zargen und Beinen des Tisches haben gezeigt, dass diese Bereiche ursprünglich Rot-Weiß gefasst (bemalt) waren. In Abstimmung mit dem Verein wurde daraufhin die alte Farbstruktur wieder freigelegt und ist heute wieder sichtbar und ablesbar.