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Restaurierungsethik

Jedes Objekt, das konserviert oder restauriert werden soll, ist als Unikat, als Einzelstück zu verstehen und somit unwiederbringlich. Aus diesem Grund geht jedem restauratorischen Eingriff eine ausführliche Bestandsaufnahme bzw. eine Zustandserfassung voraus. Dabei kommen moderne naturwissenschaftliche Analyseverfahren der Materialien ebenso zum Einsatz wie manuelle oder Computer gestützte Erfassungen und Kartierungsmethoden der Schadensbilder. Anhand dieser Voruntersuchungen wird in enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber ein Konservierungs- bzw. Restaurierungskonzept erstellt, das individuell an die Erfordernisse des zu bearbeitenden Objekts angepasst wird.

Das Hauptaugenmerk wird darauf gelegt, dem Objekt mit seinen Alterungs- und Gebrauchsspuren sowie seinem Zweck und der Verwendung im Alltag gerecht zu werden.

Ziel einer Restaurierung ist also nicht die Wiederherstellung des Objekts in einen Zustand ‚wie neu‘. Vielmehr steht der Erhalt des Objekts durch eine konstruktive Stabilisierung sowie seine ästhetische Wiederherstellung durch Reinigung, Oberflächenregenerierung und/oder Ergänzung verloren gegangener Teile im Fokus des Restaurierungskonzepts.

Die Geschichte und die Verwendung eines Objekts sollen auch nach einer Restaurierung erkennbar und ablesbar bleiben.