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Schreibsekretär, Deutschland um 1880, Esche und Esche-Maserfurnier

Im Laufe der Voruntersuchung zu diesem Sekretär aus dem späten 19. Jhdt. wurde festgestellt, dass er zu früherer Zeit bereits stark überarbeitet worden war. Leider waren diese Arbeiten sowohl handwerklich als auch stilistisch sehr schlecht durchgeführt worden, so dass ein sehr weitreichendes Restaurierungskonzept erarbeitet wurde. Dieses sah vor, den Schreibschrank wieder möglichst in seinen originalgetreuen Zustand zurückzuversetzen.

Neben den typischen Verschleiß- und Gebrauchsspuren, wie abgelöste oder ausgerissene Furnierstücke, einem gebrochenen Scharnier (Zapfenband) der Schreibplatte und anderen typischen Alterungsspuren, war das Möbel sehr unregelmäßig mit einem rötlich-braunen Lack gestrichen worden. Außerdem war das vormals geschweifte Kranzgesims im oberen Korpusbereich größtenteils entfernt und durch ein handelsübliches, schlecht montiertes Profil ersetzt worden, wodurch der obere Abschluss des Möbels stilistisch nicht stimmig erschien.

Im Laufe der Restaurierung konnte nachgewiesen werden, dass das Objekt zu früherer Zeit eine transparente Schellackoberfläche besaß. Auch der Verlauf und die ursprüngliche Gesimsform konnten rekonstruiert werden. Durch die Abnahme der bräunlichen Oberflächenfarbe kam ein sehr schönes und seltenes Esche-Maserfurnier zum Vorschein, welches zuvor nicht als solches identifiziert werden konnte. Fehlende Teile des Schreibmöbels wurden nach Befund ergänzt. Der Schreibsekretär befindet sich heute als Schreibmöbel in Privatbesitz und wird als solches auch genutzt.